Die Waffe der Pilger, Schäfer und „Vogelfreien“. Ein Stab war leicht zu beschaffen, als Stütze auf der Reise dabei und im Kampf eins zu eins nicht zu verachten.
Je ausgewogener ein Stab ist, umso leichter lässt er sich führen. Ihr bekommt bei mir Stäbe, die über die ganze Länge eine gleichmäßige Dicke aufweisen und deren Schwerpunkt genau in der Mitte liegt. Das ist nicht selbstverständlich, denn ein Baum und auch ein Schössling sind unten immer dicker als oben. Zudem wachsen Bäume selten absolut gerade (ist mir bisher noch nie untergekommen). Um einen Stock zu erhalten, der weitgehend gerade ist und einen durchgehend gleichbleibenden Durchmesser hat, sind folgende Arbeitsschritte erforderlich:
Zuerst wird der Stab geschnitten und etwa 2 Wochen trocknen lassen, danach geschält und erst mal gelagert, bis er komplett getrocknet ist. Danach wird er auf gleichmäßige Dicke abgearbeitet. Wenn an den richtigen Stellen Holz abgenommen wird, können dabei schon grobe Krümmungen begradigt werden. Ansonsten wird der Stab anschließend erhitzt und eingespannt, oft mehrmals, bis er eine ausgewogene Form hat. Danach wird er geglättet und geschliffen und zum Schluss mit Stahlwolle poliert. Zum Abschluss wird die Oberfläche mit Leinöl versiegelt.
Um lange Spaß an dem Stab zu haben, sollte er, je nachdem, wie oft und hart er eingesetzt wird, 2-3 mal jährlich nachgeölt werden.
Für die Herstellung von Kampfstöcken verwende ich – entsprechend den Anforderungen an Gewicht, Haltbarkeit und Elastizität- unterschiedliche Holzarten Allerdings sind die einzelnen Hölzer nicht ganzjährig in beliebiger Menge verfügbar, da ich die Rohlinge nur im Winter schneide. Das hat den Vorteil, dass mit dem Abwerfen der Blätter der Saftfluss aufgehört hat und die Hölzer besser trocknen und sich nicht verziehen. Trotzdem müssen die Rohlinge je nach Holzart zwischen 3-15 Monate lagern, bevor sie weiterverarbeitet werden können.
Ich fertige seit über 4 Jahren Stäbe, die auch von professionellen Gruppen (z.B. „Badische Schwertspieler“) im Schaukampf eingesetzt werden. Auf Wunsch verziere ich die Stäbe auch mit eingebrannten Motiven
Im einzelnen verwende ich folgende Hölzer:
- Ahorn - Mein Lieblingsholz. Schwer, trotzdem elastisch. Ergibt stabile Kampfstöcke, die gut in der Hand liegen.
- Eiche - Dichtes, schweres Holz. Starr. Wächst selten gerade. Sehr wuchtiger Stock bei geringem Griffdurchmesser
- Eibe - Leichtes, zäh-elastisches Holz, etwas knubbelig; schöne, warme Farbe Nur selten zu bekommen, muss 1-2 Jahre lagern, bevor es verarbeitet werden kann. Außerdem giftig, sollte nur im Freien und mit Staubschutzmaske geschliffen werden. Ergibt praktisch unzerstörbare Stöcke
- Ulme - Leichtes Holz, sehr zäh, aufgrund des Befalls der Bestände mit dem Ulmensplintkäfer inzwischen sehr selten.
- Esche - Mittelschweres, sehr elastisches Holz, wird auch heute noch für Werkzeugstiele und –griffe verwendet. Meist sehr gerader Wuchs. Ergibt hervorragende, nicht zu schwere Stöcke
- Hasel - Etwas leichter als Esche, ausreichend elastisch und gut verfügbar. Begrenzte Haltbarkeit
- Robinie - Mittelschweres, sehr zähes und elastisches Holz. Wächst leider nur selten gerade, deshalb hoher Aufwand beim Richten. Sehr haltbar, muss nicht geölt werden.
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